Die Architektur intelligenter Archivierung

Interview mit Dr. Thomas Scholtis, CFO der KGS Software GmbH

Wirtschaftsforum: Herr Dr. Scholtis, viele Unternehmen beschäftigen sich gerade mit Cloud-Transformation, S/4HANA, Compliance oder KI. Warum ist Archivierung heute strategisch wichtiger denn je?

Dr. Thomas Scholtis: Weil Archivierung die Basis für alles ist. Ein Unternehmen kann nur dann digital effizient arbeiten, wenn Daten verlässlich, verfügbar und vor allem rechtskonform archiviert sind. Viele merken erst im Transformationsprozess, dass ihre bestehenden DMS- oder ECM-Systeme teuer, komplex oder veraltet sind. Die Folge sind Unsicherheiten bei Migrationen, Compliance-Risiken oder Medienbrüche. Wir bieten eine Lösung, die exakt das tut, was Unternehmen benötigen – schnell, stabil, revisionssicher und ohne technologischen Ballast, dabei anschlussfähig an SAP, SharePoint oder moderne Cloud-Umgebungen wie Azure. 

Wirtschaftsforum: Ihr Produkt läuft unter dem Namen tia® – the intelligent archive. Was steckt dahinter?

Dr. Thomas Scholtis: tia® ist mehr als Software, es ist ein Architekturgedanke. Wir haben alle Module so weiterentwickelt, dass Archivierung autonomer, intelligenter und offen für unterschiedliche Systemwelten wird. tia® bietet Unternehmen den Single Point of Truth und löst Dokumente vom Ursprungssystem. Das macht Daten langlebig, migrationsfähig und nutzbar für zukünftige Anwendungen, sei es SAP, Salesforce oder eine noch nicht existierende Plattform. Dass wir 2022 als erstes Unternehmen weltweit eine SAP-zertifizierte CMIS-Schnittstelle bereitgestellt haben, zeigt, dass wir den Markt nicht nur bedienen – wir gestalten ihn. 

Wirtschaftsforum: Wie hat sich KGS in den vergangenen Jahren entwickelt?

Dr. Thomas Scholtis: Wir haben uns von einem Nischenanbieter zu einem international wachsenden Spezialisten entwickelt. Seit dem Einstieg unseres heutigen CEOs Winfried Althaus 2013 sind wir von 4 auf rund 50 Mitarbeitende gewachsen und erzielen heute etwa 13 Millionen EUR Umsatz. Mehr als 500 Unternehmen weltweit setzen auf uns. Seit Ende 2023 haben wir mit GENUI einen Partner, der Wachstum mit langfristigem Anspruch begleitet. Das Ziel ist klar: internationale Skalierung und Ausbau unserer technologischen Führungsrolle. 

Wirtschaftsforum: Welche Herausforderungen bringt das mit sich?

Dr. Thomas Scholtis: Wachstum fordert Struktur und Kultur im gleichen Maß. Mit 50 Mitarbeitenden sind wir kein Start-up mehr, aber auch noch kein Großunternehmen. Wir rekrutieren bundesweit, weil Talent heute nicht ortsgebunden sein muss. Gleichzeitig achten wir auf Lernbereitschaft, Übernahme von Verantwortung, Offenheit und die Fähigkeit, im Homeoffice eigenständig zu arbeiten. Wir fördern Eigenverantwortung, erwarten sie aber auch. 

Wirtschaftsforum: Was motiviert Sie persönlich, diesen Weg mitzugestalten? 

Dr. Thomas Scholtis: Mich begeistert die Verbindung von Strategie, Technologie und Menschen. Ich mag Prozesse, die funktionieren – und Veränderungen, die Organisationen besser machen. Freude am Lernen, Mut zur Veränderung und echtes Interesse an Menschen – das treibt mich an.

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